Montag, Februar 06, 2012

Couchsurfing

Das erste Mal Couchsurfen (wer nicht weiss, was das ist: www.couchsurfing.org, siehe auch Linkliste)!!! Etwas nervös bin ich ja schon...schließlich kenne ich unseren Host nur aus dem Netz! Ich weiss, dass er Greg heisst, 49 Jahre alt ist, Captain auf einer der Fähren ist und in Sydney lebt. Aber wie er wirklich IST, keine Ahnung... Außerdem habe ich seine Adresse nicht, ich hoffe, er hat sie mir mittlerweile gemailt. Wir kommen am Flughafen an, ich will gerade meinen Apfel hochfahren, um nach der Adresse zu schauen, als ich einen Mann mit einem "Nina/Hans"-Schild sehe. Er holt uns tatsächlich vom Flughafen ab - wie lieb!!! Wir fahren in seinem coolen Auto zu seinem coolen Haus: Pool, viel Platz, sehr modern und ein supergemütliches Bett mit flauschigen Decken...das schlägt jedes Hotel!!!


Abends fährt er mit uns zum Feuerwerk ("Australia Day") und zahlt trotz unserer Proteste das Taxi. Ein toller Empfang und ein fantastischer erster Abend! Und es geht weiter: Am nächsten Tag kutschiert er uns in die Blue Monutains, brät für sich und Hans T-Bone-Steaks (fuer mich gibt es Quiche), wir bekommen Wein ausgeschenkt und Plätzchen serviert.


Das Bett ist wahnsinnig gemütlich und das beste, seit Reisebeginn...ich schlafe wie ein Baby! Samstags dürfen wir (kostenlos) auf "seiner" Fähre nach Manly mitfahren, Sonntags darf ich sogar auch mal lenken. Ich fahre ganz alleine die riesige Fähre in Sydney - ein krasses Gefuehl!!!
Montags lädt er uns zum Abschied zum Kaffee am Hafen ein...wir sind schon etwas traurig, zu gehen...



Allerdings haben wir mit Hankin genauso viel Glück: er wohnt direkt am Circular Quay und überlässt uns sogar sein Zimmer! Er zeigt uns die fantastische Bibliothek (jetzt einer meiner absoluten Lieblingsplätze in Sydney) und er lässt uns bis Donnerstags bei sich wohnen, obwohl er noch am selben Tag nach Asien fliegt!

Sydney-Miniatur in der Bibliothek


Für uns geht es weiter nach Melbourne zu Aude und Francois, einem französischen Pärchen Anfang 30, die seit zwei Jahren in Melbourne wohnen. Sie laden uns zur Begrüßung zum Essen ein und als wir am nächsten Tag aufstehen, wartet ein französisches Frühstück mit frischen Croissants auf uns! (Damit man das nicht falsch versteht: couchsurfing ist ein System, bei dem man kostenlos bei Leuten wohnen kann!!!)
Anschließend zeigen sie uns den Strand, wir gehen gemeinsam auf´s "St.-Kilda-Festival" und abends kochen wir für sie. (Wobei man diese unglaubliche Gastfreunschaft eigentlich nicht mit einem simplen Essen danken kann.)





Nach zwei wundervoll entspannten Tagen mit tollem Essen und tollen Gesprächen geht es weiter zu Chris.
Er ist totaler Deutschlandfan und seine zwei Lieblingsstädte sind Mainz und Leipzig (wobei ich ihn zu überzeugen versuche, dass Mainz viiiieeeeel schöner ist! Obwohl ich noch nie in Leipzig war...). Er plant, in nicht allzu ferner Zukunft nach Deutschland zu ziehen und ist immer dankbar für deutsche Couchsurfer, mit denen er die Sprache üben kann und denen er seine aufgenommenen Dokumentationen über Schweinshaxen und Semmelknödel zeigen kann :-) Chris nimmt uns mit zur besten heißen Schoki der Welt (wer mal in Melbourne ist: "Koko Black"!!!) und lässt uns keine Chance, zu bezahlen.



Er zeigt uns seine Stadt, die er wahnsinnig gut kennt, wir schauen bei ihm Filme, gehen gemeinsam zu einem Couchsurfing-Treffen, reden über deutsche und australische Kultur und kochen gemeinsam. Zwischendrin fahren wir eine Woche nach Lorne und schauen uns die Great Ocean Road an, zurück in Melbourne heisst uns Chris dann erneut willkommen und lädt uns zum Abschiedsessen zum Italiener ein. Wir wissen gar nicht, wie wir uns für so viel Gastfreundschaft bedanken sollen!






Von Melbourne aus fliegen wir an die Gold Coast. Von dort aus ist es noch circa eine Stunde Fahrt nach Byron Bay, unserem eigentlichen Ziel. Da der Bus (wie eigentlich alles in Australien) wahnsinnig teuer ist ($40!!!) beschließen wir, es mal mit trampen zu versuchen. Und siehe da, direkt das zweite Auto nimmt uns mit! Und fährt uns sogar bis vor die Haustür unserer neuen Hosts, Emma und Jessie. Wir werden vom Gesang von Jessies Gospelchor empfangen und gesellen uns direkt dazu. Emma und Jessie sind nicht nur privat ein Paar, sie machen auch zusammen Musik, ihre Gruppe heisst ""The Lucky Wonders" (siehe Linkliste) und sie kommen sogar im September auf Deutschlandtournee. Sie wohnen bei Byron Bay in einer Yurte (achteckiges Haus mit nur einem, dafür großen Zimmer) und wir dürfen in ihrem coolen Tourbus schlafen! Wir bekommen leckeren thailändischen Glasnudelsalat sowie selbstgemischte Cocktails serviert und am nächsten Tag nehmen sie uns mit auf einen Bushwalk. Wir sehen eine Schlange, einen Lurch, Papageien, einen Waran...und Hans traut sich sogar unter der kalten Wasserfall (wir Mädels tun uns das nicht an)! Aus den anfänglich geplanten zwei Tagen werden sechs, in denen wir gemeinsam kochen, reden, Ausflüge unternehmen, Märkte besuchen, Gitarre spielen und viel Spaß haben.


Emma und Jessie essen genauso gern wie wir!!!

Auf der Terrasse vor der Yurte

Im wunderschönen Tourbus

Nach einer Woche nehmen wir Abschied und trampen nach Brisbane (und wieder nimmt uns direkt das dritte Auto mit!) zu Wayne und Elena. Erneut werden wir herzlich empfangen und Wayne schärft uns mehrmals ein, uns wie zuhause zu fühlen, uns am Kühlschrank zu bedienen und den Pool zu benutzen. Auch hier fühlen wir uns so wohl, dass wir fünf statt drei Tage bleiben. Da Wayne und Elena (wie eigentlich alle Couchsurfer) sehr gerne reisen, gucken wir uns stundenland ihre und unsere Reisefotos an und reden über vergangene und anstehende Reisepläne. Die beiden lassen es sich nicht nehmen, uns zum Flughafen zu fahren und dort so lange in der Wartehalle zu warten und uns zuzuwinken, bis geboarded wird.

Wir hatten viel Spaß mit Wayne und Elena :-)

Abschließend kann ich nur jedem empfehlen: nutzt couchsurfing!!! Wir haben in der ganzen Zeit in Australien kein einziges Hostel gebraucht. Couchsurfing ist aber nicht nur eine Möglichkeit, Geld zu sparen. Es ist eine fantastische Gelegenheit, spannende und tolle Leute kennenzulernen, die ihre Stadt lieben und einen mit viel Insiderwissen versorgen. Wir haben nur positive, um nicht zu sagen extrem positive Erfahrungen gemacht, unsere Hosts haben sich rührend um uns gekümmert, uns versorgt und verwöhnt! Ohne Ausnahme waren alle unsere Gastgeber nette, interessante und einzigartige Menschen. Ich bin so dankbar für die Erfahrungen und die neuen Freunde und hoffe, dass ich irgendwann in der Zukunft etwas davon zurück- oder weitergeben kann...

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