Wir kommen abends in dieser ziemlich verschlafen wirkenden Kleinstadt an und finden schnell ein günstiges Zimmer. Am nächsten Morgen gehen wir erstmal einen vietnamesischen Kaffee (sehr stark und mit süßer Kondensmilch, ähnlich wie der "Café Bonbón" in Spanien) trinken. Als wir nach Frühstück fragen, blickt uns die Bedienung nur unverständlich an...keine Kellnerin spricht auch nur ein Wort Englisch und die Karte ist auf vietnamesisch...endlich mal ein bißchen authentisches Vietnamfeeling :-) Unsere Kellnerin ist aber sehr freundlich und bemüht und fragt im ganzen Restaurant, ob nicht ein Gast Englisch spreche. Schließlich findet sich ein Mann, der uns erklärt, dass dieser Laden bisher nur Kaffee im Angebot hatte, ab heute aber auch Frühstück zubereite und dieses zur Einführung sogar gratis wäre! Also bekommen wir zu unserem Kaffee, der umgerechnet um die 30 Cent kostet, noch ein riesiges Frühstück dazu! Das Leben meint es mal wieder gut mit uns...!
Anschließend mieten wir uns Fahrräder und cruisen durch die Reisfelder. Die Kinder unterwegs schreien uns alle begeistert ein "Hello" entgegen und lachen uns an. Die Gegend ist teilweise noch sehr untouristisch und wir werden ein bißchen bestaunt. Wir machen eine Bootsfahrt in Trang An, was seit kurzem Weltkulturerbe ist, und fahren durch atemberaubende Felshöhlen, die teilweise so eng sind, dass wir uns ducken müssen, um durchzukommen. Danach geht es mit dem Fahrrad weiter. Zwischen Reisfeldern und steilen Bergen liegen die Reste der alten Hauptstadt Hoa Lu, die von 968 bis 1009 Machtzentrum des Landes war. Wir besichtigen die zwei Tempel und die Reste der Zitadelle, die noch erhalten sind. Anschließend wollen wir zur Mua Höhle, aber unsere Karte (vom Fahrradverleiher aufgekritzelt und nicht unbedingt maßstabgetreu) ist nicht sehr hilfreich, so dass wir uns in den kleinen vietnamesischen Dörfern durchfragen müssen. Obwohl niemand Englisch spricht, sind alle unheimlich hilfsbereit und erklären uns mit Händen und Füßen den Weg. Bei der Höhle angekommen ist es schon recht spät. Das hat den Vorteil, dass wir alleine auf den dazugehörigen Berg klettern und oben die ganze Aussicht samt Sonnenuntergang für uns haben! Bei der Rückfahrt nach Ninh Binh genieße ich den Fahrtwind im Gesicht und das Gefühl von Geschwindigkeit und absoluter Freiheit!
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