Montag, November 14, 2011

22 Tage Himalaya

Tag 0 / Pokhara: Der letzte Tag in der Zivilisation... Habe vorsorglich noch eine Mütze gekauft; ob ich die wirklich brauche, weiß ich nicht, aber sie ist schön und Hans sagt, ich habe eine Mützengesicht... Und eine Hose sowie ein Funktionsshirt von "The North Face" (für umgerechnet 8 bzw. 4 Euro bestimmt Originalware...) habe ich mir auch gegönnt. Auf dem Rückweg hat es auf einmal angefangen zu schütten und wir mussten durch strömenden Regen und knietiefe "Bäche" zum Hostel waten. Kamen nass bis auf die Unterhose an...aber hier gibt es ja noch heiße Duschen! 

Tag 1 / Pokhara – Besishahar – Lampata: Es geht los! Ich fühle mich irgendwie nicht fit und habe Halsweh...Vom Busbahnhof in Pokhara aus sehen wir (Sarah, Björn, der zufällig auch aus Mainz kommt und ein paar Tage mittrekken will, Hans und ich) ein fantastisches Schneeberg-Panorama, trinken süßen Tee und essen frische, noch warme Schokocroissants; die Vorfreude wächst! Mit dem Bus geht es vier Std. nach Besishahar, dann auf dem Dach eines Local Buses noch einmal eine Std. nach Bhulbule. Mir tut der Popo weh und ich kann mich auf dem wackeligen Dach – es geht über Stock und Stein, wahrscheinlich wären wir schneller gelaufen – kaum festhalten. Meine Füße stecken in FlipFlops, da meine Trekkingschuhe von der gestrigen Traufe noch trocknen müssen...Trotzdem: das Abenteuer hat begonnen und die Sicht ist atemberaubend! In Bhulbule registrieren wir uns am Checkpoint und dann kann es endlich losgehen mit Laufen! Voller Motivation machen wir uns auf den Weg, passieren süße Guesthouses, treffen nette Trekker, überqueren kleine Flüsse und finden gegen 16:30 ein nettes Homestay mit einem coolen Besitzer. Für 200 Rs (2 Euro) gibt es eine Nacht und ein leckeres Dhal Bhat (Reis mit Linsen, Kartoffeln, Spinat). Zur Gastfreundlichkeit gehört auch, dass er uns das aus dem eigenen Garten gezogene Gras anbietet... 

Fahrt auf dem Busdach

Tag 2 / Lampata – Ghermu: Wache auf und fühle mich schlapp. Wir laufen los und ich merke schon unterwegs, dass ich Fieber bekomme. Machen Rast an einer traumhaften Stelle mit Blick auf einen tosenden Wasserfall. Ich lege mich auf meinen Schlafsack und döse...jedes Mal wenn ich die Augen öffne, sehe ich Weite und Fluss und Wasserfall... Um 12:00 kapituliere ich und wir suchen ein GH. Von der Terrasse aus sieht man einen weiteren Wasserfall. Ich habe 39,3 Grad Fieber und werde von meinen lieben Mitreisenden mit Vitamin C und Halsschmerztabletten versorgt. Der GH-Besitzer legt mir immer wieder besorgt die Hand auf die Stirn und fragt mich, ob es mir denn schon besser gehe...süß! Wie soll ich bloß den Pass auf über 5000m schaffen???




Tag 3 / Ruhetag in Ghermu: Heute nur schlafen. Björn zieht alleine weiter. Sarah und Hans wandern und lesen, schreiben, dösen, essen...Das Abendessen wird zum Candle-Light-Dinner (Stromausfall...), von netten Engländern bekommen wir ihre übriggebliebenen "Apple Fritters" (frittierte Apfelringe) geschenkt – ja, die kleinen Freuden des Alltags – und lassen bei Kerzenlicht und Sternenhimmel den Tag ausklingen

Tag 4 / Ghermu – Chamje: Sarah zieht frühmorgens los, ich will einen weiteren Ruhetag einlegen. Als ich jedoch aufstehe, fühle ich mich mich wieder so fit, dass ich mir einen kleinen Spaziergang durchaus zutraue. Wir beschließen, langsam weiterzulaufen. Hans trägt meinen Rucksack. Wir laufen drei Std. bis Chamje und sehen unterwegs dutzende fantastische Wasserfälle. Die Landschaft erscheint wie in einem Märchen von Hans-Christian Andersen, nicht von dieser Welt... 

                    

Toilette mit Ausblick


Tag 5 / Ruhetan in Chamje: Heute Nacht wieder Fieber...weiterer Ruhetag...bin genervt. Wenigstens haben wir von unserem GH aus einen atemberaubenden Blick auf einen riesigen Wasserfall! 



Tag 6 / Chamje – Karte: Juhuu, wir laufen wieder! Die Landschaft ist großartig: karge Berge, gewaltige Wasserfälle, massive Schneeberge, zwischendrin Hängebrücken und Flüsse. Bekomme ein Gefühl von Freiheit und Weite...Allein für solche Anblicke lohnt es sich, auf der Welt zu sein! Und wieder ein tolles GH: aus dem Fenster sehen wir die ankommenden Trekker und nachts die Sterne. Ca. 10 Min. nach unserer Ankunft werden wir jedoch aus dem Zimmer gescheucht und mit den Einheimischen aus dem Dorf herausgeführt. Eine Frau redet irgendwas von Steinen, die auf unser Dach fallen könnten. Erst als wir einen ohrenbetäubenden Knall hören, realisieren wir, dass es sich um eine Sprengung auf der anderen Flussseite handelt. Die Steine fliegen tatsächlich erstaunlich weit...es landet aber keiner in unserem Zimmer und wir können nach einer Viertelstunde wieder zurück. Abenteuerfeeling! 

                        


     

Tag 7 / Karte – Chamche: Sind die ganze Tagestour gelaufen! Da ich mich jedoch noch immer etwas schwach fühle, trägt Hans weiterhin meinen Rucksack. Ich stelle ihn als meinen "german porter" vor. Im GH gibt es eine heiße Dusche! Luxus! Die Zimmer sehen aus wie in einer Sauna (holzig) und das GH hat von außen einen lila Anstrich – wie in einer Puppenstube!





Tag 8 / Chamche – Pisang: Hans spielt noch immer den Packesel. Unterwegs scenic views und jede Stunde neue Schneeberge! In Pisang wieder ein süßes GH mit viel Holz, viel Sonne durch's Fenster, einer Dachterrasse und sogar einem Feuerchen in der dining hall...heimelig!




Tag 9 / Pisang – Manang: Tagestour gelaufen und Rucksack selbst getragen, bin stolz! Der Weg war wieder traumhaft: Wildpferde, Bergziegen, blauer Himmel, ein herrliches Schneeberg-Panorama. Unterwegs haben wir Äpfelchen gekauft und der nette Nepali hat uns noch zwei Stück dazu geschenkt. Die Gastfreundschaft überall ist überwältigend! Manag liegt auf 3500m und ist perfekt als Ausgangsbasis für ein paar Akklimatisierungstreks. Wir schlendern durch's Örtchen, das von Schneebergen umrahmt wird...
       



Tag 10 / Akklimatisierungstag in Manang: Ich sitze in einem gemütlichen Nepali-Restaurant (Buddha's Kitchen), trinke heiße Schokolade, bestaune die unglaubliche Sicht auf den türkisfarbenen See und die Schneeberge und fühle mich gerade sehr glücklich! Die Sonne scheint mir ins Gesicht und ich befinde mich mitten in einer der schönsten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Eben habe ich Cheese Fried Maccaroni gegessen, mit Yak-Käse und viel Knobi...lecker! Heute morgen haben wir einen zweistündigen Akklimatisierungstrek am See vorbei zu einem Aussichtspunkt gemacht. Anstrengend in dieser Höhe, aber ich fühle mich seit langem wieder fit! Später: Ich laufe durch den Ort, alles riecht nach angebratenem Knoblauch. Der wird hier überall drangemacht: Yak-Steak with garlic sauce, Fried Maccaroni oder Garlic Soup (soll gut gegen die Höhenkrankheit sein). Aus einem Shop tönen die Backstreet Boys und ich freue mich. 




Tag 11 / Akklimatisierungstag in Manang: Hans ist vorhin zum Ice Lake aufgebrochen, ich habe einen kurzen Akklimatisierungtrek hoch zu Prabak Gumpa, einem Kloster, gemacht. Dort schenkt mir ein nepalesischer Priester ein Glücksband und spricht mir seinen Segen für die Passüberquerung aus – eine schöne Geste. Der Blick auf Manang und Umgebung – allem voran natürlich die weiß strahlenden Schneeberge, die auch heute von keiner Wolke getrübt werden – ist atemberaubend! Beim Runtergehen kommen mir Yaks entgegen, die keinen Schritt vom Weg abweichen wollen... Also springe ich in die Büsche und harre aus, bis sie vorbei sind. Danach geht es erstmal wieder ins sonnige Buddha's Kitchen, wo ich mir einen Ginger Tea mit vielen frischen Ingwerstückchen, eine Samosa und – natürlich – die leckeren Cheese Fried Maccaroni genehmige.








Tag 12 / Manang – Yak Karka: Lockerer, leichter und kurzer (nur 3,5 Std.) Lauf heute. Beim Teetrinken auf einer Dachterrasse unterwegs haben wir einen großartigen Blick auf vier Siebentausender (Annapurna II, III, IV und Gangapurna)! In Yak Karka ist es kalt...man merkt, dass es höher geht... Die Kälte kriecht mir in die Knochen und ich werde bis nachts nicht mehr richtig warm... Die Kälte ist für mich Frostbeule wirklich ein Problem, v.a. da ich keine Möglichkeit habe, mich aufzuwärmen (weder die Zimmer sind geheizt, noch gibt es heiße Duschen). Meine Fingernägel werden ganz blau und ich verkrieche mich in meinen Schlafsack. Abends spielen wir Kniffel und essen Potatoes With Cheese... 


Im Hintergrund vier Siebentausender (Gangapurna, Annapurna III, II und IV)



Tag 13 / Yak Karka – Thorang Phedi: Höher geht's! Kälter wird's! Unterwegs sehen wir Eiszapfen, auch der Boden ist teilweise vereist. Beim Laufen wird es einem allerdings warm. Auch heute scheint – wie bisher jeden Tag – die Sonne, der Himmel ist blau und die Schneeriesen leuchten. Nachmittags kommen wir in Thorang Phedi, der letzten Station vor dem Pass und 4540m hoch, an. Der Aufenthaltsraum ist mit viel Holz ausgestattet und sehr sonnig; wir lesen, schreiben, kniffeln, essen Zimtschnecken, dösen und sammeln Kräfte für den morgigen Tag. Bei uns am Tisch isst ein Mann Nudeln mit Tomatensoße und Käse und lässt über die Hälfte stehen. Kurzerhand fallen unsere zwei Nachbarn und wir über die Reste her und lassen es uns schmecken.  

Waschmaschinen gibt es hier oben nicht...

Tag 14 / Thorang Phedi – Muktinath: Heute ist der große Tag der Passbesteigung! Um 6:00 laufen wir los. Die Reisegruppen sind alle schon um 4:00 aufgebrochen und wir haben den Berg ganz für uns. Die erste Stunde geht es steil bergauf und wir merken beim Laufen die Höhe, es ist anstrengend. Unser Wasser gefriert in den Flaschen und ich habe Angst um meine Fingerspitzen, die ganz taub werden (Violine, Ade...)... Die nächsten zwei Stunden sind nicht mehr ganz so steil und dank der Sonne wird es etwas wärmer. Die Landschaft entschädigt für alle Strapazen: überall Schneeberge, aber auch karge Felsen. Der Wind ist eisig. Plötzlich und ganz unerwartet taucht der Pass vor uns auf; wir sind auf 5416m! Überall hängen tibetische Fahnen, das offizielle Passschild muss man erst darunter suchen... Während Hans seine 21-Minuten-Fotos macht, sitze ich im Teahouse und bibbere; selbst dort drin sieht man seine Luft beim Ausatmen... Dann geht es runter, was für eine Erleichterung! Zumindest die erste Stunde... nach einer weiteren werden die Knie langsam weich, nach einer weiteren tun sie höllisch weh! Irgendwann kommt Muktinath (3800m, es ging also wirklich ordentlich runter) in Sicht. Die Berge davor sind behangen von tibetischen Gebetsflaggen, die sich wie Spinnweben darüber ziehen. Abends lernen wir nette Holländer und Kanadier kennen, unter dem Tisch wird ein Kohleöfchen angemacht und wir lassen den Tag gemütlich ausklingen.




Finde das Mainzelmaennchen!
  



Tag 15 / Muktinath: Schon nachts bin ich ganz aufgeregt aufgewacht, weil ich doch heute Geburtstag hab! Morgens erwartet mich ein kleiner, süßer Geburtstagstisch, sogar mit Kerze zum Auspusten. Zum Frühstück gibt es Chocolate Porridge und Lemon Sugar Pancake, anschließend brechen wir auf zu einer kleinen Tagestour. Abseits der Touri-Pfade bestaunen wir die Schneeberge, aber auch die fast wüstenartigen Steppen. In dem kleinen Dörfchen Jhong besichtigen wir ein tibetisches Kloster und stoßen mit Seabuckthorne Juice auf meinen Geburtstag an. Auf dem Rückweg nehmen wir eine Abkürzung. Nur, dass es gar keine ist. Wir verlaufen uns und ein Fluss nach dem anderen taucht vor uns auf. Wir suchen ewig nach Stellen zum Überqueren. Wege und Pfade gibt es schon lange keine mehr, wir klettern über Stock und Stein. Wir kämpfen uns den Weg zurück durch's Gebüsch und kommen nach ca. drei Stunden (auf dem offiziellen Pfad hätte es eine Stunde gedauert) endlich in Muktinath an. Immerhin: etwas Abenteuerurlaub ist auch dabei! Im GH gönnen wir uns erstmal eine Dusche... das Wasser kommt zwar nur in Tropfen aus dem Hahn, ist aber dafür heiß!!! Abends gibt es zur Feier des Tages ein richtiges Festessen: Garlic Bread und Bruschetta zur Vorspeise, Yak-Steak mit Senfsoße und gegrillter Tomate (Hans) sowie Pasta Arrabiata (für mich) als Hauptgang und heißen Apple Crumble zum Nachtisch. Ein echter Schmaus und wahrlich das beste Essen, was wir bisher auf dem Trek kredenzt bekamen.




                        
                                            Yak                                     -              Steak

                                


Tag 16 / Muktinath – Marpha: Heutiger Trip: 6-7 Stunden. Erwartet: leicht und locker. Tatsächlich: Anstrengend und windig. Wind, Wind, Wind! Aber kein himmlisches Kind, süß und säuselnd...oh nein! Windböen mit einer Stärke, dass ich mich kaum halten kann. Manchmal so heftig, dass ich – beide Beine fest auf dem Boden, die Trekkingstöcke in die Erde gerammt – minutenlang stehenbleiben muss. Patagonische Zustände. Trotz Sonnenbrille treibt mir der Wind unentwegt Sand in die Augen. Natürlich bläst er die ganze Zeit von vorne, so dass wir uns regelrecht vorankämpfen müssen und doppelt so viel Kraft wie sonst zum Laufen brauchen. Erschöpft kommen wir in Marpha an, werden aber sofort von diesem süßen Örtchen für die Strapazen entschädigt. Marpha ist bezaubernd! Ein kleines Nepali-Örtchen, viele tibetische Flüchtlinge arbeiten in den Souvenirshops und unterhalten sich mit uns über tibetisches Essen (Momos!!!) und ihr Land, in das viele nicht zurückkehren können, da sie keinen Pass mehr besitzen...In unserem GH ist der Ofen an und die Tochter sitzt am Tisch und macht Hausaufgaben.




Tag 17 / Marpha – Larjung: Morgens laufen wir durch Marpha und schauen uns das bunte, tibetische Kloster an. Wir essen Brown Bread und Yak Cheese. Über einen Sidetrek geht die Tour nach Chimang, einem kleinen, authentischen und fast unberührten nepalesischen Dorf mit einem grandiosen Blick auf den Dhaulagiri (8167m). Wir setzen uns in die Landschaft, essen Snickers und genießen den Wahnsinnsblick; ein echtes Highlight! Weiter geht es durch die wunderschöne Altstadt von Tukuche, wo Kinder auf den Straßen spielen und wir ein paar Münzen auf der Straße finden...vielleicht bringen sie ja Glück!? Eine Stunde später kommen wie in Larjung an und treffen die Holländer aus Muktinath wieder. Wir kniffeln und trinken den ersten Kaffee seit Wochen, auch mal wieder gut! Das Essen hier ist großartig: ich esse Fresh Spinach Pasta with Tomato Sauce and Cheese. Lecker! Nachts hören wir Geräusche in der Wand uns plötzlich fällt von oben eine Ratte auf's Bett! Nachdem sie rausgescheucht ist, schlafe ich nicht mehr wirklich gut...  
 

                 

Das Holz wird auf den Daechern getrocknet (Papa, das Bild ist fuer Dich!)


Altstadt von Tukuche

Tag 18 / Larjung, Trek zum Dhaulagiri Icefall: Vier Stunden steiler Aufstieg (1200 Höhenmeter müssen bezwungen werden) zum Icefall...fast anstrengender als der Passtag. Oben wird man allerdings belohnt: Blick auf den Dhaulagiri-Gletscher sowie zwei Achttausender (Dhaulagiri, 8167m und Annapurna I, 8091m), unbeschreiblich! Beim Abstieg kommen wir am Sekong Lake vorbei. Wieder haben wir die Landschaft ganz für uns und treffen unterwegs keinen einzigen Trekker (viele fahren nach der Passbesteigung mit dem Jeep über die neu gebaute "Straße" – es ist eher ein staubiger, ungeteerter Schotterweg – zurück). In Larjung sammel ich Steine. Es ist immerhin das tiefste Tal der Erde (da zwischen zwei Achttausendern gelegen...)! Nachts mache ich mir Oropax in die Ohren, versuche, nicht über Ratten nachzudenken und schlafe richtig gut!  
Annapurna I

Dhaulagiri



Tag 19 / Larjung – Ghasa: Nach unglaublich dicken und teigigen Apfelpfannkuchen zum Frühstück (das Essen hier in unserem GH ist WIRKLICH gut!) laufen wir über das wunderschön gelegene Titi Village (absolut fantastischer Blick auf den Dhaulagiri samt Gletscher) nach Ghasa. Abends lernen wir nette Australier kennen (Hi Tom and Jenny, many greetings!), die uns direkt einladen, Weihnachten mit ihnen in Lorne/Victoria zu verbringen, sehr süß und gastfreundlich! Ein weiteres Highlight: es gibt eine westliche Toilette!  


Titi Village



Tag 20 / Ghasa – Tatopani: Auf side trails laufen wir die andere Flussseite entlang durch absolut untouristische, unberührte nepalesische Dörfer in einer wunderschönen Landschaft. Alle grüßen uns freundlich, die Kids laufen hinter uns her oder winken uns vom Schulhof aus begeistert zu. Die Örtchen sind alle ganz liebevoll hergerrichtet: bunt angemalte Häuser, viele prächtige Blumen, getrocknete Blumenketten zwischen den Bäumen... Wir beobachten die Nepalis bei der Farmarbeit: sie trocknen Heu, dreschen Getreide, hängen Maiskolben zum Trocknen auf... In Tatopani (Pani heißt Wasser, Tato heißt warm) gehen wir in die Hot Springs! Das Wasser in dem einen Becken ist sehr heiß, das in dem anderen ist RICHTIG heiß! Was für eine Wohltat für die Muskeln! Und für die Seele! Auch Duschen kann man heiß (Leute, wisst ihr eigentlich, was für ein LUXUS das ist, ein eigenes Bad zu haben und sich jederzeit unter eine heiße Dusche stellen zu können???). Wir liegen im Wasser, im Hintergrund Schneeberge, über uns Sterne... Glück!!!
    




Tag 21 / Tatopani – Ghorepani: Steil bergauf, den ganzen Tag... 1700 Höhenmeter sind heute – am vorletzten Tag – nochmal zu bewältigen. Sieben Stunden uphill... In Ghara genießen wir mitten in einem Blumengarten ein tolles Frühstück, über Shika, einem idyllischen und ruhigen Ort mitten in Reisfeldern, geht es weiter nach Ghorepani. Im gemütlichen Restaurantbereich sitze ich am Feuerchen und genieße die Wärme, um mich herum sitzen Leute aus Irland, Israel, Amerika, Deutschland (Hallo Andrea und Ursel, viele liebe Grüße an Euch!) und Australien...Eine schöne Stimmung!
    


Tag 22 / Ghorepani – Nayapul (und mit dem Bus zurück nach Pokhara): Die 1700m, die wir gestern hoch sind, müssen wir jetzt wieder runter. Sieben Stunden downhill... Heute ist der letzte Tag unserer Trekkingtour und der erste, an dem kein strahlend blauer Himmel ist, sondern Nebelschwaden durch die Berge und Wälder ziehen und die Lanschaft fast urwaldartig aussehen lassen. Das letzte Mal genießen wir das Laufen, die nepalesische Herzlichkeit, das Teetrinken zwischendrin... Nach über 250km Fußmarsch und mehreren tausend Höhenmetern kehren wir nach 22 Tagen Himalaya wieder nach Pokhara zurück. Die Natur während des Annapurna Circles war bzw. ist fantastisch und ich bin froh, dieses Abenteuer erlebt haben zu dürfen. Die Berge und Landschaften sind wirklich beeindruckend! Der wahre Zauber geht aber nicht nur von der Landschaft, sondern auch von den Menschen in den Bergregionen und -dörfern aus, die so viel Herzlichkeit und Wärme ausstrahlen.

                  


3 Kommentare:

  1. hallo nina, hallo hans!
    sehe mir schon ne ganze weile euren blog an - die bilder lassen mein herz ziepen weil es auch schon wieder in die ferne will... was quatsch ist, weil ich ja erst wiedergekommen bin! na, egal.
    wunderschöne eindrücke, ich wollte das nur mal gesagt haben.
    weiterhin gute tour! viele liebe grüße,
    natascha

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  2. Hallo,
    die tollen Berichte über die Tour machen wirklich neidisch. Die Strapazen scheinen sich bezahlt zu machen, sogar für die "daheimgebliebenen".
    -->Danke für die tollen Landschaftsbilder!

    Beste Grüße und noch eine erlebnisreiche Restzeit,
    Lukas

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  3. WOW! (vielmehr kann ich gar nicht sagen)

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